Demoscene accepted as UNESCO cultural heritage in Germany

Big push for other national Demoscene applications and the acceptance for an understanding of digital cultures in general

Today on the suggestion of the national Unesco expert committee, the Standing Conference of the Ministers of Education and Cultural Affairs decided to accept the Demoscene as German intangible cultural heritage. The decision acknowledges the long and living tradition the Demoscene has in Germany, with Revision, Breakpoint, and Evoke among other demoparties shaping the landscape of major international gatherings of the demoscene for decades.

Tobias Kopka from the applicant Digitale Kultur e.V., also co-initiator of the Art of Coding Initiative, is excited: “The inscription as German cultural heritage is a big success, and writes cultural history in Germany. We will celebrate this big-time, as soon we can come together physically again! I want to thank all sceners who supported and helped to draft the application. This will also help to shed more light on the amazing history and achievements of the Demoscene, will help to preserve it, and also give a push to invigorate everybody in these harsh times of continuous lockdowns encouraging new members from all kinds of backgrounds to join the scene as creators and connoisseurs. We are happy and humbled for the support we gained within the international campaign platform Art of Coding; its purpose will continue to help other national applications by exchanging experiences and information.”

Foto: Darya Gulyamova, People celebrating at Evoke

The inscription in Germany was the second listing of the Demoscene already. Just last year, Finland accepted the Demoscene as a national intangible cultural heritage. Andreas Lange from EFGAMP e.V., responsible for the international coordination of applications in the initiative, is certain that the meaning of the decision in Germany is a milestone for an intended international application: “With Germany, a second country acknowledges the Demoscene as it’s cultural heritage. As the previous decision in Finland helped convince the experts in Germany, today’s decision is a huge tailwind for the ongoing applications in other countries like France, Switzerland, and Poland. And the more countries will have listed the Demoscene, the more likely an international joint application for the Demoscene to be recognized as humanity’s cultural heritage becomes. Since digital culture is transnational at its core, an international application as the final level of the campaign is more than reasonable.”

Via Art of Coding, the Demoscene became the first digital culture officially accepted as cultural heritage. In spite digital culture became formative for our lives and culture for decades, until now, only rather traditional, analog cultures are inscribed. The successful applications in Finland and Germany show impressively that the decentral and procedural nature of every digital culture complies with the UNESCO definition of intangible heritage very well. Thereby the Demoscene is on its way to becoming a door opener for the acceptance of other digital cultures in general.

References:
Press release of the Standing Conference of the Ministers of Education and Cultural Affairs: https://www.kmk.org/presse/pressearchiv/mitteilung/20-neueintraege-ins-bundesweite-verzeichnis-des-immateriellen-kulturerbes-gebaerdensprache-demoszene.html
Demoscene entry at German UNESCO site: https://www.unesco.de/kultur-und-natur/immaterielles-kulturerbe/immaterielles-kulturerbe-deutschland/demoszene

See also:
German article by Art of Coding: Demoszene schreibt Kulturgeschichte: http://demoscene-the-art-of-coding.net/2021/03/20/demoszene-schreibt-kulturgeschichte/

Press contact: Tobias Kopka – media [at] demoscene-the-art-of-coding [dot] net

Demoszene schreibt Kulturgeschichte

Erstmalig wird mit der Demoszene eine digitale Kulturform in das UNESCO Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufgenommen. 

Mit der Entscheidung der Kulturministerkonferenz vom 19.03.21 wird die Demozene in das Deutsche UNESCO Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. 

Historische Entscheidung in Deutschland

Diese Entscheidung ist bahnbrechend, ist es doch das erste Mal in der Geschichte der UNESCO in Deutschland, dass mit der Demoszene eine genuin digitale Kulturform aufgenommen wird. Bisher sind weder Games, noch Wikipedia oder YouTube in die Listen des immateriellen Kulturerbes eingegangen. Der Erfolg ist basierend auf der Initiative Art of Coding, unter deren Schirm derzeit auch in anderen Ländern ähnliche Anträge vorbereitet werden. Die Entscheidung in Deutschland stellt einen substantiellen Schritt bei der Anerkennung Digitaler Kultur als lebendige, veränderliche – aber auch historische Kultur – mit zu bewahrenden Wissen, Techniken und Artefakten dar. 

Dass sich sich die deutschen Jury-Experten der historischen Tragweite ihrer Entscheidung bewusst gewesen sind, legt die Begründung nahe: „Das Expertenkomitee würdigt, dass die bundesweit und international agierende Demoszene bereits seit den 1980er-Jahren spezifische kulturelle Praktiken und virtuelle Ausdrucksformen nutzt, um die lokalen und digitalen Kommunikationsformen miteinander zu verbinden. […] Insbesondere die praxisorientierte und dynamische Weitergabe des generationsübergreifenden Wissens im digitalen Raum betont den lebendigen und zugleich immateriellen Charakter dieser kulturellen Ausdrucksform.”

Foto: Darya Gulyamova

Digitales Kulturerbe

Tobias Kopka vom Kölner Antragsteller Digitale Kultur e.V., verantwortlich für den Antrag in Deutschland, sowie Co-Initiator der übergreifenden, internationalen Art of Coding Initiative, ist begeistert: „Die Demoszene setzt sich als technisch-kreative Kulturgemeinschaft seit Dekaden über jedwede Grenzen hinweg und versteht sich im besten Sinne als transnational. Die Anerkennung als immaterielles Deutsches UNESCO Kulturerbe treibt die Diskussion um einen zeitgemäßen Einbezug aller digitalen Kulturformen in den selbstverständlichen Kanon der Kulturbewahrung und -förderung voran. Es ist der richtige Zeitpunkt digitale Kultur ernst zu nehmen, mit all seinen Chancen, der vielfältigen Geschichte und auch den Herausforderungen, denen wir in der digitalen Kultur begegnen im Hinblick darauf was es noch weiterzuentwickeln gilt in digitalen Kulturen und Communities. Vielen Dank an alle, die uns und den Antrag aktiv und ideell unterstützt haben!”

Andreas Lange von EFGAMP e.V., der für die Koordination der internationalen Anträge bei Art of Coding verantwortlich ist, ergänzt: “Weil die Demoszene von Anfang an als digitale Kultur international war, ist jede nationale Anerkennung ein wichtiger Meilenstein, da so die Chancen steigen, die Demoszene auch international anerkennen zu lassen. Da sich die Demoszene wesentlich in Europa ausgeprägt hat, ist dies auch eine Gelegenheit, eine dezidiert Europäische Kulturpraxis zu benennen, die als digitale untrennbar mit den heutigen und zukünftigen kulturellen und gesellschaftlichen Gegebenheiten verknüpft ist. Dass nach Finnland nun auch Deutschland die Demoszene als Kulturerbe anerkannt hat, ist eine eindrückliche Bestätigung unserer These, dass speziell die UNESCO Kriterien für das immaterielle Kulturerbe passgenau der prozessualen Natur digitaler Kultur entsprechen.”

Gemeinschaftsgefühl und kollektive Anstrengung

Wie die Aufnahme in die Listen des immateriellen Welterbes deutlich gemacht hat, ist es an der Zeit, dass digitale Kultur dezentral, selbst-organisiert, anonym und wettbewerbsorientiert sein kann, und dennoch ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl und eine langlebige Community bilden kann.

Die Demoszene ist eine Kultur mit besonderem Wissen, Geschichten und Traditionen, die man als digitales Brauchtum bezeichnen kann, sich dennoch immer weiterentwickelt. Wie in anderen von der UNESCO anerkannten Brauchtümern geht es auch bei der Demoszene darum, mit der Anerkennung als Kultur, neue Zugänge zu einer Selbstverortung bekommen, was Kultur heute ausmacht. So treiben Wissenschaftler, Historiker*Innen, Journalist*Innen und Demoszener*Innen selbst den Diskurs darum voran, wie sich digitale Kultur, entstanden aus einer vorwiegend männlich dominierten Jugendkultur in den 80ern und 90ern sich entwickelt hat und weiterentwickeln wird. 

Nachdem in Deutschland alle Hürden genommen wurden – die Nominierung durch das NRW Kulturministerium , die Prüfung und Empfehlung durch eine unabhängige Expertenkommission auf Bundesebene  und die letztendliche Bestätigung durch die Kulturministerkonferenz der Bundesländer – und die Demoszene bereits letztes Jahr als Finnisches Kulturerbe anerkannt wurde, geht es jetzt daran, in weiteren Ländern Initiativen für Anträge zu unterstützen, die derzeit wie in Frankreich, Polen und Dänemark in Vorbereitung sind. Hat all das geklappt, steht die Königsklasse auf dem Plan: der Beginn eines transnationalen Antrages, dem sich alle Länder anschließen können, die die Demoszene in ihr nationales Kulturerbe aufgenommen haben, um die Demoszene als eigentlich transnationale Kultur, die wenig an nationalen Identitäten interessierte ist, adäquat ins internationale Kulturerbe aufzunehmen.

Die Initiatoren Kopka und Lange zeigen sich optimistisch: “Gerade in Zeiten der Pandemie hat sich bewiesen, wie wichtig die digitalen Spielorte unserer Kultur geworden sind, umso wichtiger ist es jetzt Ihnen auch die nötige Aufmerksamkeit und Unterstützung zu geben, damit digitale Kultur paritätisch, dezentral und partizipativ als selbstverständlicher Teil unserer Kulturlandschaft gelebt werden  und  ihre Entstehung sowohl historisch gewürdigt als auch langfristig bewahrt und weiterentwickelt werden kann“.

Tobias Kopka: „Mit dem Erfolg unseres Antrags in Deutschlands freuen wir uns auf viele neue Mitglieder in der Demoszene, die an der Art of Coding und Musik und Grafik Freude haben, um auch die nächsten 30 Jahre als Community des spielerischen Wettbewerbs in den Blick zu nehmen.“

Pressekontakt: Tobias Kopka, media [at] demoscene-the-art-of-coding [dot] net

Bildnachweis
für Social Media Bildcollage: Bild oben Links: Thomas Findeisen, Open Rechts: Zee Upitis, Unten rechts: Darya Gulyamova, BG: Tobias Kopka
Bild im Artikel: Darya Gulyamova

Zum Weiterlesen / Einhören:

Happy New 2021

“Happy New 2021” from all of us and thank you for supporting us in 2020! As challenging 2020 and full of losses may have been for all of us, for Art of Coding it was a good year, so we want to thank you for this!

Thank you to everybody who made the success of the Finnish Application possible, helped the German Application taking a major step to success, and who is supporting the groups in Poland, France, Hungary, Switzerland, Denmark, the Netherlands and more places gearing up next applications!

Thank you for your support in 2020, happy new year 2021 to come! (Picture: Anna-Carolin Weber / Tobias Kopka)

In the second half of the year we turned a little more inward, as the pandemic took more time and mental space – and also impacted our work lives severely in some of our cases – like for probably many of you, too.

Though even with all the struggles 2020 had to bring we are super happy that on all ends initiatives were pushed forward, articles were published and talks were given by friends of the demoscene. And we know already there is more to come in 2021!
(See our Twitter, or check out our Press Area for updates in next weeks and more details)

So what’s coming up next in 2021?

In January join us for a Discord-gathering of supporters (edit: Date is Tuesday, the 19th 2020 at 8pm CET in the Discord), in February we aim to check in with all teams actively interested in pushing applications, and in March (*DRUMROLL*) we expect to hear back from UNESCO in Germany!

All of this will lead to Revision Online happening in April. Plans are to convene digitally at Revision, to replenish energy, gather ideas and bring together supporters for updating each other on the chances and challenges for the months to come.

Updates too scarce?

No problem, if you are feeling you would like to be more involved make sure you follow our Twitter and join our Discord (https://discord.gg/ntASGGN), as these are the two channels where we share updates aside of the main milestones which generate website news. And you can always poke us directly on Twitter or Discord in case you are curious or wondering how to move on with something.

It’s not about us, but the scene as a special place!

So thank you again, sceners, cultural folks, digital and nondigital people, without your support we wouldn’t have made it this far! Now onto the next year, for probably a few more to come! Thank you for your continued support!
Tobias and Andreas on behalf of the Art of Coding Team and Initiative

Demoscene nominated as intangible UNESCO cultural heritage in Germany

Cologne, 21. 04. 2020 – The Cologne-based association Digitale Kultur e.V. has made it. For the first time, the demoscene as a digital cultural form has been nominated by the UNESCO in NRW for the UNESCO lists of intangible cultural heritage in Germany. Further hurdles still have to be overcome, the final confirmation at the federal level is due at the beginning of 2021.

> Please find German version of article below

As the Ministry of Culture and Science in North Rhine-Westphalia announced at the end of last week , the demoscene was nominated for inclusion in the national German UNESCO cultural heritage register. Together with three other cultures, the jury selected the demoscene as worthy of recognition from a total of 18 applications.

After the landmark decision in Finland last week, in which the demoscene was recognized as a Finnish national UNESCO cultural heritage, the decision in Germany is another success for the Art of Coding campaign, under whose umbrella similar applications are currently being prepared in other countries.

What is the demoscene?

Since the beginning of the home computer era in the early 1980s, the demoscene has been a playground for border crossers and creative explorers of the digital revolution. It is especially dedicated to the production of software-generated music videos, which are completely generated in real time by self-created programs. Beginning in the 80s, with so-called intro-videos before cracked games, the art and culture of the scene has constantly evolved, and since the 90s it has been living out its skills in independent audiovisual real-time animations to bend the rules of hardware and software. On one hand, the demoscene is a global phenomenon and has influenced many other digital contexts, on the other hand, there has always a been a strong element of a regular physical culture at the scene’s meetings. For decades the demoparties function as regular gatherings and have formed a place for exchange, living out and further development of one’s own culture.

Demosceners celebrating at Revision and Evoke.

Historical decision as a belated Easter gift

Especially after Revision – world’s largest gathering of demosceners, traditionally taking place over Easter – had to be moved to the internet as no physical demoscene-party was allowed, the nomination of the demoscene for the nationwide list is a great belated Easter present.

The fact that the German jury experts were aware of the historical significance of their decision is suggested by the notification of nomination: “As the ‘demoscene’ in North Rhine-Westphalia is the first cultural form from the field of digital culture to be proposed for inclusion in the nationwide directory, the state jury for the Intangible Cultural Heritage in North Rhine-Westphalia discussed the application intensively.”

Digital cultural heritage

Tobias Kopka, from the Cologne-based applicant Digitale Kultur e.V., responsible for the application in Germany and the community work of the overarching Art of Coding initiative, is enthusiastic: “The demoscene is the first time a digital culture has been nominated for the nationwide list of intangible UNESCO cultural heritage. For decades, the demoscene has been a technical-creative cultural community that transcends all borders – and sees itself as transnational in the best sense of the word. And the application not only drives the discussion about the demoscene, but also in a broader sense about contemporary inclusion of all digital cultural forms into the canon of cultural preservation and promotion.

Andreas Lange from EFGAMP e.V., who is responsible for the coordination of the international applications at Art of Coding, is particularly pleased with the jury’s understanding in their notification that ‘in addition to technical excellence, a strongly internationally oriented sense of community is one of the scene’s identification factors’. “Because the demoscene has been international as a digital culture from the very beginning, any national recognition is an important milestone, as it increases the chances of having the demoscene recognized internationally. Since the demoscene has developed substantially in Europe, this is also an opportunity to name a decidedly European cultural practice which, as digital, is inseparably linked to current and future cultural and social conditions.”

Community feeling and collective effort

Tobias Kopka: “The point is to make it clear that digital culture can function in a decentralized, self-organized, anonymous and competitive way – and still create a strong sense of belonging and a community with special knowledge, stories and traditions. After 30 years that could be called digital customs, but at the same time it is still constantly evolving. Many of the classical definitions of culture reach their limits here. And this community experience is not only expressed in the support of many demogroups, demoparties and individuals of the scene – the positive feedback we receive fortunately goes far beyond that of the demoscene. This is great and we are happy about every support, because the initiative is just starting!”

It will remain tense at least until the beginning of 2021, as two further hurdles still have to be overcome – confirmation by the Conference of Ministers of Education and Cultural Affairs and examination by an independent commission of experts at federal level. And if all this has worked out, then the start of a transnational application is on the agenda, which all countries that have included the demoscene in their national cultural heritage can then join.

The initiators Kopka and Lange are optimistic: “The time is right for the demoscene to become included in the living UNESCO cultural heritage register in Germany as first digital cultural practice ever”.


Köln, 21. 04. 2020 – Der Kölner Verein Digitale Kultur e.V. hat es geschafft. Erstmalig wird mit der Demoszene von der UNESCO in NRW eine digitale Kulturform für die Listen des lebendigen UNESCO Kulturerbes in Deutschland nominiert. Weitere Hürden sind noch zu nehmen, die finale Bestätigung auf Bundesebene steht Anfang 2021 an.

Wie das Ministerium für Kultur und Wissenschaft in Nordrhein-Westfalen Ende letzter Woche bekannt gab, wurde die Demozene für die Aufnahme in das nationale Deutsche UNESCO Kulturerbeverzeichnis nominiert. Zusammen mit drei anderen Kulturen wählte die Jury aus insgesamt 18 Anträgen die Demoszene als anerkennungswürdig aus.

Nach der wegweisenden Entscheidung in Finnland von letzter Woche, in der die Demoszene als nationales Finnisches UNESCO Kulturerbe anerkannt wurde, ist die Entscheidung in Deutschland ein weiterer Erfolg für die Art of Coding Kampagne, unter deren Schirm derzeit auch in anderen Ländern ähnliche Anträge vorbereitet werden.

Was ist die Demoszene?

Seit Beginn der Heimcomputer-Ära in den frühen 1980ern ist die Demoszene Spielort für Grenzgänger und Kreativ-Explorer der digitalen Revolution. Sie hat sich insbesondere der Produktion von softwaregenerierten Musikvideos verschrieben, die in Echtzeit vollständig durch selbstgeschriebene Programme generiert werden. Beginnend in den 80ern, mit sogenannten Intro-Vorspännen vor geknackten Spielen, hat sich die Kunst und Kultur der Szene beständig weiterentwickelt, um seit den 90ern in eigenständigen audiovisuellen Echtzeit-Animationen ihr Können abseits vorgegebener Regeln von Hard- und Software auszuleben. Einerseits ist die Demoszene ein globales Phänomen, das viele andere digitale Kontexte mit beeinflußt hat, andererseits aber immer auch eine regelmäßig ganz physische Kultur auf den Treffen der Szene. Denn seit Jahrzehnten bilden die Demopartys als regelmässige Zusammenkünfte einen Ort zum Austausch, Ausleben und Fortentwicklung der eigenen Kultur.

Historische Entscheidung als verspätetes Ostergeschenk

Gerade nachdem die Revision, die traditionell an Ostern stattfindende, weltgrößte Zusammenkunft von Demoszenern, ins Internet verlegt werden musste, ist die Nominierung der Demoszene für die bundesweite Liste ein großartiges verspätetes Ostergeschenk.

Dass sich sich die deutschen Jury-Experten der historischen Tragweite ihrer Entscheidung bewusst gewesen sind, legt der Nominierungsbescheid nahe: „Da mit der ‘Demoszene’ in Nordrhein-Westfalen erstmalig eine Kulturform aus dem Bereich der digitalen Kultur für die Aufnahme in das Bundesweite Verzeichnis vorgeschlagen wurde, hat die Landesjury für das Immaterielle Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen die Bewerbung intensiv diskutiert.”

Digitales Kulturerbe

Tobias Kopka, vom Kölner Antragsteller Digitale Kultur e.V., verantwortlich für den Antrag in Deutschland, sowie die Community-Arbeit der übergreifenden Art of Coding Initiative, ist begeistert: „Mit der Demoszene wird erstmalig eine digitale Kultur für das bundesweite Verzeichnis des immateriellen UNESCO Kulturerbe nominiert. Die Demoszene setzt sich als technisch-kreative Kulturgemeinschaft seit Dekaden über jedwede Grenzen hinweg und versteht sich im besten Sinne als transnational. Der gemeinsame Antrag treibt die Diskussion um einen zeitgemäßen Einbezug aller digitalen Kulturformen in den selbstverständlichen Kanon der Kulturbewahrung und -förderung voran.”

Über das Verständnis der Jury im Nominierungsbescheid, dass ‘neben der technischen Exzellenz ein stark international ausgerichtetes Gemeinschaftsgefühl zu den Identifikationsfaktoren der Szene gehört’, freut sich besonders Andreas Lange von EFGAMP e.V., der für die Koordination der internationalen Anträge bei Art of Coding verantwortlich ist. “Weil die Demoszene von Anfang an als digitale Kultur international war, ist jede nationale Anerkennung ein wichtiger Meilenstein, da so die Chancen steigen, die Demoszene auch international anerkennen zu lassen. Da sich die Demoszene wesentlich in Europa ausgeprägt hat, ist dies auch eine Gelegenheit, eine dezidiert Europäische Kulturpraxis zu benennen, die als digitale untrennbar mit den heutigen und zukünftigen kulturellen und gesellschaftlichen Gegebenheiten verknüpft ist.”

Gemeinschaftsgefühl und kollektive Anstrengung

Tobias Kopka: “Es geht darum, deutlich zu machen, dass digitale Kultur dezentral, selbst-organisiert, anonym und wettbewerbsorientiert sein kann, und dennoch ein starkes Zusammenhörigkeitsgefühl und eine Community mit besonderem Wissen, Geschichten und Traditionen entstehen kann, die man als digitales Brauchtum bezeichnen könnte, sich gleichzeitig aber permanent weiterentwickelt. Viele der klassischen Kulturbegriffe kommen hier an ihre Grenzen. Und diese Gemeinschaftserfahrung drückt sich nicht nur in der Unterstützung vieler Demogruppen, Demopartys und Einzelpersonen der Szene aus – die positiven Rückmeldungen, die wir erhalten, gehen erfreulicherweise weit über die der Demoszene hinaus. Das ist klasse und wir freuen uns über jede Unterstütung, denn es geht ja gerade erst los!”

Spannend bleibt es mindestens bis Anfang 2021, da noch zwei weitere Hürden genommen werden müssen – die Bestätigung durch die Kultusministerkonferenz und die Prüfung durch eine unabhängige Expertenkommission auf Bundesebene. Und hat all das geklappt, dann steht der Beginn eines transnationalen Antrages auf dem Plan, dem sich dann alle Länder anschließen können, die die Demoszene in ihr nationales Kulturerbe aufgenommen haben.

Die Initiatoren Kopka und Lange zeigen sich optimistisch: „Die Zeit ist reif, dass mit der Demoszene die erste digitale Kulturform ins lebendige UNESCO Kulturerbe in Deutschland aufgenommen wird“.


Resources:

Source featured image : Liveshader Competition at Evoke, combattants in picture Flopine and Nusan (Cologne, 2019), Photo: Darya Gulyamova,

For questions or support contact the Art of Coding initiative here.

Application text to UNESCO in Germany: PDF here.
Digitale Kultur e.V.: https://www.digitalekultur.org
Revision: https://2020.revision-party.net/
Evoke: https://evoke.eu/


See all partners & supporters (constantly growing, get in touch!): here.

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Breakthrough of Digital Culture: Finland accepts the Demoscene on its national UNESCO list of intangible cultural heritage of humanity

Finland became the forerunner of understanding and accepting digital culture in general and the Demoscene in particular as cultural heritage. Right before the Easter weekend the Finnish Heritage Agency announced, that the Ministry of Education and Culture listed the Demoscene on proposals from the National Board of Antiquities and the Intangible Cultural Heritage Expert Group as national cultural heritage of humanity together with eleven other cultural practices.

We are excited about this achievement and congratulate the Finnish and international Demoscene and all who helped making this a reality. This is an outstanding moment, as it is the first time that a digital culture is listed as UNESCO intangible world cultural heritage, anywhere, ever.

The Finnish Heritage Agency explains the listing as such: “Demoskene is an international community focused on demos, programming, graphics and sound creatively real-time audiovisual performances. It produces many other things digital content: small demos , music, graphics, videos, floppy disks, and games. These works are distributed free of charge, initially on floppy disks and later on various online services. Since the 1980s the community that has grown up to now consists of hundreds of different demo groups all over Finland, each with members to a few dozen. The groups meet at various events throughout the year. Subculture is an empowering and important part of identity for its members.”

It is very fortunate that the Finnish application has been led as a joint-effort by demosceners and heritage and cultural institutions in Finland alltogether. It involved big and small events, community-meetups, seminars and online-surveys to involve as many voices and perspectives of and on the scene during the submission process.
In result the application in Finland is based on a collaboratively created Wiki-Article, representing the central document of the submission, explaining and contextualising the culture and history of the demoscene in a brief, and thorough way. The successful application is based on this collaboratively created document as the main reference point of the Finnish UNESCO decision.

Jukka O. Kauppinen, Finnish Journalist and demoscene veteran since the 1980s, is happy: “Demoskene inspires to create, express and to do. While it revolves around digital devices, at its core demoscene is communal, connecting people and groups across borders. The inclusion of demoskene on the Finnish listing of intangible cultural heritage is an important indication that it is still possible to birth and grow completely new cultures and content, even in the digital realm. And demoscene is one that still rapidly evolves, changes and creates new stories to remember.”

The fact that the Finnish application was created by the Finnish demoscene culture in support by a wide range of institutions and partners shows, how connected and relevant the demoscene is in Finnish digital culture until today. A big thank you from us go to the communities and drivers behind the Finnish submission, namely Satu Haapakoski, Heikki Jungman, Jukka O. Kauppinen and Markku Reunanen, supported by many more.

We are thankful that the Art of Coding initiative (which has the aim to ultimately enlist the Demoscene as first transnational digital culture on UNESCO intangible world cultural heritage) could play an instigating role in the Finnish success and is supported and encouraged to continue with our mission. Tobias Kopka, Co-Initiator of AOC, responsible for the content of the campaign and relations to the scene, is excited: “We are proud and thankful that a bedrock of international demoscene-culture has taken the successful leap of spearheading future initiatives and UNESCO first time agrees with us which important role digital culture can play for the community and identity of its members.” And Andreas Lange, Co-Initiator of AOC, responsible for coordinating the international applications, summarizes: “This is a strong commitment, which not only is a big success for the Finnish Demoscene, but will serve as a breakthrough for the campaign and digital culture generally. The next country where we are expecting a judgement is Germany, which hopefully will confirm the strong European relations of the Demoscene as well.”

Resources:

Partners and Supporters of the Finnish Application:

(See more partners of Art of Coding, including Finnish supporters here)

Bibliography
Please see the Bibliography and links to external sources of information.

Latest update to this article: 15.04.2020

The Art of Coding applications in Finland and Germany submitted

The Art of Coding campaign to recognize digital culture as part of the Intangible Cultural Heritage of Humanity proceeds onwards. Both the German and Finnish applications for the UNESCO project are now submitted to their respective authorities in Germany and Finland for nominations into the national UNESCO listings.

The German submission was presented to UNESCO in the Bundesland North Rhine-Westphalia (NRW) and was written in a collaborative community effort led by Tobias Kopka supported by Andre Kudra, Stephan Maienhöfer, Gleb Albert, Christian Brandt, Andreas Lange and many more who gave their hands at Digitale Kultur und Tastatur und Maus e.V.

Also, the Finnish application is now presented to the Finnish Living Heritage organization and National Board of Antiquities. The application was led by the Finnish Museum of Games and written by Markku Reunanen in association of local digital culture organizations and individuals. The Finnish application also includes a public Wiki page about the demoscene and its history, traditions and future. The application and Wiki were also worked on public collaborative events and demoscene meetings, as well as at the Collaborative Game Histories seminar at Finnish Museum of Games.

Both applications were also supported with photography, historic scene materials and videos from events and demoscene releases.

The Art of Coding campaign continues to extend the outreach into the scene in general and other countries. Both German and Finnish applications are next examined by the local expert committees and hopefully nominated into the national Intangible Cultural Heritage lists.

More information: Art of Coding Finnish Application Wiki (in English)

More information: http://demoscene-the-art-of-coding.net/

Application in Germany submitted

We more than glad to announce, that the submission in Germany has been finalized by Digitale Kultur e.V. and has been submitted to UNESCO in the Bundesland North Rhine-Westphalia (NRW) few days ago on the 30th of October.

The submission has been written in an collaborative community effort led by Tobias Kopka supported by Andre Kudra, Stephan Maienhöfer, Gleb Albert, Christian Brandt, Andreas Lange and many more who gave their hands at Digitale Kultur und Tastatur und Maus e.V.
Included in the submission is photo image material by Darya Gulyamova, Gleb Albert and Tobias Kopka from Revision, Evoke, also including historical scene materials.
Also included in the submission is a video edit Tobias did in 2011, which represents demos from 1991-2011, with a range of different impressions of the diversity of aesthetics of demos.

We intend to share the submission (in German language) for orientation for applicants in other countries soon.

While we are continuing to extend the outreach into the scene in general and other countries specifically the application in Germany will be decided by an independent expert committee until early next year and hopefully nominated by NRW for the national listing in Germany.

Thank you all who supported us so far – stay tuned!

Milestone for the Finnish AoC application in Tampere at Collaborative Game Histories seminar

The Collaborative Game Histories seminar, which was organized by the Finnish Museum of Games together with the Centre of Excellence in Game Culture Studies and the University of Turku hosted a panel and a workshop in regards of the Finnish Art of Coding application last week. In the workshop the Wiki entry, which is an essential part of the Finnish application procedure, was further elaborated by the present sceners.

Also an encouraging video was provided by Leena Marsio from the Finnish Heritage Agency, which is responsible for managing the ICH applications in Finland.

The application will be submitted officially in Finland between Nov. 4th and Dec 5th, 2019.

Progress in Germany

The community discussion at evoke (https://2019.evoke.eu/events/seminars/) was very fruitful and helped explaining the initiative and shaping the application. Together with the AoC presentation at Gamescom Congress in Cologne (https://sched.co/RYdD) it also increased the awarnes of the broader public in Germany about AoC. Here are some examples of the press coverage of the recent days:

https://www.deutschlandfunk.de/demoszene-als-weltkulturerbe-die-kunst-der-programmierung.807.de.html?dram:article_id=456692

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Evoke-Mit-Demos-zum-Weltkulturerbe-4499943.html

https://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2019/08/19/kompressor_die_ganze_sendung_drk_20190819_1405_ebf7e694.mp3 [Min 22:14]