Demoscene accepted as UNESCO cultural heritage in Germany

Big push for other national Demoscene applications and the acceptance for an understanding of digital cultures in general

Today on the suggestion of the national Unesco expert committee, the Standing Conference of the Ministers of Education and Cultural Affairs decided to accept the Demoscene as German intangible cultural heritage. The decision acknowledges the long and living tradition the Demoscene has in Germany, with Revision, Breakpoint, and Evoke among other demoparties shaping the landscape of major international gatherings of the demoscene for decades.

Tobias Kopka from the applicant Digitale Kultur e.V., also co-initiator of the Art of Coding Initiative, is excited: “The inscription as German cultural heritage is a big success, and writes cultural history in Germany. We will celebrate this big-time, as soon we can come together physically again! I want to thank all sceners who supported and helped to draft the application. This will also help to shed more light on the amazing history and achievements of the Demoscene, will help to preserve it, and also give a push to invigorate everybody in these harsh times of continuous lockdowns encouraging new members from all kinds of backgrounds to join the scene as creators and connoisseurs. We are happy and humbled for the support we gained within the international campaign platform Art of Coding; its purpose will continue to help other national applications by exchanging experiences and information.”

Foto: Darya Gulyamova, People celebrating at Evoke

The inscription in Germany was the second listing of the Demoscene already. Just last year, Finland accepted the Demoscene as a national intangible cultural heritage. Andreas Lange from EFGAMP e.V., responsible for the international coordination of applications in the initiative, is certain that the meaning of the decision in Germany is a milestone for an intended international application: “With Germany, a second country acknowledges the Demoscene as it’s cultural heritage. As the previous decision in Finland helped convince the experts in Germany, today’s decision is a huge tailwind for the ongoing applications in other countries like France, Switzerland, and Poland. And the more countries will have listed the Demoscene, the more likely an international joint application for the Demoscene to be recognized as humanity’s cultural heritage becomes. Since digital culture is transnational at its core, an international application as the final level of the campaign is more than reasonable.”

Via Art of Coding, the Demoscene became the first digital culture officially accepted as cultural heritage. In spite digital culture became formative for our lives and culture for decades, until now, only rather traditional, analog cultures are inscribed. The successful applications in Finland and Germany show impressively that the decentral and procedural nature of every digital culture complies with the UNESCO definition of intangible heritage very well. Thereby the Demoscene is on its way to becoming a door opener for the acceptance of other digital cultures in general.

References:
Press release of the Standing Conference of the Ministers of Education and Cultural Affairs: https://www.kmk.org/presse/pressearchiv/mitteilung/20-neueintraege-ins-bundesweite-verzeichnis-des-immateriellen-kulturerbes-gebaerdensprache-demoszene.html
Demoscene entry at German UNESCO site: https://www.unesco.de/kultur-und-natur/immaterielles-kulturerbe/immaterielles-kulturerbe-deutschland/demoszene

See also:
German article by Art of Coding: Demoszene schreibt Kulturgeschichte: https://demoscene-the-art-of-coding.net/2021/03/20/demoszene-schreibt-kulturgeschichte/

Press contact: Tobias Kopka – media [at] demoscene-the-art-of-coding [dot] net

Demoszene schreibt Kulturgeschichte

Erstmalig wird mit der Demoszene eine digitale Kulturform in das UNESCO Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufgenommen. 

Mit der Entscheidung der Kulturministerkonferenz vom 19.03.21 wird die Demozene in das Deutsche UNESCO Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. 

Historische Entscheidung in Deutschland

Diese Entscheidung ist bahnbrechend, ist es doch das erste Mal in der Geschichte der UNESCO in Deutschland, dass mit der Demoszene eine genuin digitale Kulturform aufgenommen wird. Bisher sind weder Games, noch Wikipedia oder YouTube in die Listen des immateriellen Kulturerbes eingegangen. Der Erfolg ist basierend auf der Initiative Art of Coding, unter deren Schirm derzeit auch in anderen Ländern ähnliche Anträge vorbereitet werden. Die Entscheidung in Deutschland stellt einen substantiellen Schritt bei der Anerkennung Digitaler Kultur als lebendige, veränderliche – aber auch historische Kultur – mit zu bewahrenden Wissen, Techniken und Artefakten dar. 

Dass sich sich die deutschen Jury-Experten der historischen Tragweite ihrer Entscheidung bewusst gewesen sind, legt die Begründung nahe: „Das Expertenkomitee würdigt, dass die bundesweit und international agierende Demoszene bereits seit den 1980er-Jahren spezifische kulturelle Praktiken und virtuelle Ausdrucksformen nutzt, um die lokalen und digitalen Kommunikationsformen miteinander zu verbinden. […] Insbesondere die praxisorientierte und dynamische Weitergabe des generationsübergreifenden Wissens im digitalen Raum betont den lebendigen und zugleich immateriellen Charakter dieser kulturellen Ausdrucksform.”

Foto: Darya Gulyamova

Digitales Kulturerbe

Tobias Kopka vom Kölner Antragsteller Digitale Kultur e.V., verantwortlich für den Antrag in Deutschland, sowie Co-Initiator der übergreifenden, internationalen Art of Coding Initiative, ist begeistert: „Die Demoszene setzt sich als technisch-kreative Kulturgemeinschaft seit Dekaden über jedwede Grenzen hinweg und versteht sich im besten Sinne als transnational. Die Anerkennung als immaterielles Deutsches UNESCO Kulturerbe treibt die Diskussion um einen zeitgemäßen Einbezug aller digitalen Kulturformen in den selbstverständlichen Kanon der Kulturbewahrung und -förderung voran. Es ist der richtige Zeitpunkt digitale Kultur ernst zu nehmen, mit all seinen Chancen, der vielfältigen Geschichte und auch den Herausforderungen, denen wir in der digitalen Kultur begegnen im Hinblick darauf was es noch weiterzuentwickeln gilt in digitalen Kulturen und Communities. Vielen Dank an alle, die uns und den Antrag aktiv und ideell unterstützt haben!”

Andreas Lange von EFGAMP e.V., der für die Koordination der internationalen Anträge bei Art of Coding verantwortlich ist, ergänzt: “Weil die Demoszene von Anfang an als digitale Kultur international war, ist jede nationale Anerkennung ein wichtiger Meilenstein, da so die Chancen steigen, die Demoszene auch international anerkennen zu lassen. Da sich die Demoszene wesentlich in Europa ausgeprägt hat, ist dies auch eine Gelegenheit, eine dezidiert Europäische Kulturpraxis zu benennen, die als digitale untrennbar mit den heutigen und zukünftigen kulturellen und gesellschaftlichen Gegebenheiten verknüpft ist. Dass nach Finnland nun auch Deutschland die Demoszene als Kulturerbe anerkannt hat, ist eine eindrückliche Bestätigung unserer These, dass speziell die UNESCO Kriterien für das immaterielle Kulturerbe passgenau der prozessualen Natur digitaler Kultur entsprechen.”

Gemeinschaftsgefühl und kollektive Anstrengung

Wie die Aufnahme in die Listen des immateriellen Welterbes deutlich gemacht hat, ist es an der Zeit, dass digitale Kultur dezentral, selbst-organisiert, anonym und wettbewerbsorientiert sein kann, und dennoch ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl und eine langlebige Community bilden kann.

Die Demoszene ist eine Kultur mit besonderem Wissen, Geschichten und Traditionen, die man als digitales Brauchtum bezeichnen kann, sich dennoch immer weiterentwickelt. Wie in anderen von der UNESCO anerkannten Brauchtümern geht es auch bei der Demoszene darum, mit der Anerkennung als Kultur, neue Zugänge zu einer Selbstverortung bekommen, was Kultur heute ausmacht. So treiben Wissenschaftler, Historiker*Innen, Journalist*Innen und Demoszener*Innen selbst den Diskurs darum voran, wie sich digitale Kultur, entstanden aus einer vorwiegend männlich dominierten Jugendkultur in den 80ern und 90ern sich entwickelt hat und weiterentwickeln wird. 

Nachdem in Deutschland alle Hürden genommen wurden – die Nominierung durch das NRW Kulturministerium , die Prüfung und Empfehlung durch eine unabhängige Expertenkommission auf Bundesebene  und die letztendliche Bestätigung durch die Kulturministerkonferenz der Bundesländer – und die Demoszene bereits letztes Jahr als Finnisches Kulturerbe anerkannt wurde, geht es jetzt daran, in weiteren Ländern Initiativen für Anträge zu unterstützen, die derzeit wie in Frankreich, Polen und Dänemark in Vorbereitung sind. Hat all das geklappt, steht die Königsklasse auf dem Plan: der Beginn eines transnationalen Antrages, dem sich alle Länder anschließen können, die die Demoszene in ihr nationales Kulturerbe aufgenommen haben, um die Demoszene als eigentlich transnationale Kultur, die wenig an nationalen Identitäten interessierte ist, adäquat ins internationale Kulturerbe aufzunehmen.

Die Initiatoren Kopka und Lange zeigen sich optimistisch: “Gerade in Zeiten der Pandemie hat sich bewiesen, wie wichtig die digitalen Spielorte unserer Kultur geworden sind, umso wichtiger ist es jetzt Ihnen auch die nötige Aufmerksamkeit und Unterstützung zu geben, damit digitale Kultur paritätisch, dezentral und partizipativ als selbstverständlicher Teil unserer Kulturlandschaft gelebt werden  und  ihre Entstehung sowohl historisch gewürdigt als auch langfristig bewahrt und weiterentwickelt werden kann“.

Tobias Kopka: „Mit dem Erfolg unseres Antrags in Deutschlands freuen wir uns auf viele neue Mitglieder in der Demoszene, die an der Art of Coding und Musik und Grafik Freude haben, um auch die nächsten 30 Jahre als Community des spielerischen Wettbewerbs in den Blick zu nehmen.“

Pressekontakt: Tobias Kopka, media [at] demoscene-the-art-of-coding [dot] net

Bildnachweis
für Social Media Bildcollage: Bild oben Links: Thomas Findeisen, Open Rechts: Zee Upitis, Unten rechts: Darya Gulyamova, BG: Tobias Kopka
Bild im Artikel: Darya Gulyamova

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